Lesen, lesen, lesen!

13.08.2021

Die Zentralbibliothek Tempelhof-Schöneberg ist seit Jahren Ziel von Attacken aus dem Spektrum der sogenannten „Reichsbürger.“ Vor kurzem zerschnitten bisher noch unbekannte Täter nun sieben Bücher von Autoren, die sich mit der radikalen Rechten auseinandersetzen, sowie Biografien aus der Geschichte des Sozialismus. Ver.di Berlin-Brandenburg schließt sich dem Leiter der Zentralbibliothek an und empfiehlt seinen Mitgliedern, jetzt diese Bücher zu lesen, um sich mit den Demokratiefeinden und rechter Militanz auseinanderzusetzen – und ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen.

Esther Bejarano ist im Alter von 96 Jahren gestorben.
Die Nacht war dunkel. Am frühen Morgen des 10. Juli 2021 ist Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit von uns gegangen.
Sie war nicht allein, ihre Familie und ihre Freundinnen und Freunde waren in den letzten schweren Tagen bei ihr.

Trauerfeier: Sonntag, 18. Juli 2021, 12 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf, Ilandkoppel 68 in Hamburg-Ohlsdorf.

Für Männer ist eine Kopfbedeckung obligatorisch.

Die Anzahl der Sitzplätze ist begrenzt, die Trauerfeier wird in den Außenbereich übertragen.

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.

Wir trauern gemeinsam mit ihrer Familie um diese großartige, mutige und unerschütterliche Frau, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück, Antifaschistin, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees und Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Sängerin, Zeugin der Zeit.

Heute wollen wir innehalten. Und schweigen und trauern.

Um dann Esther Bejaranos Auftrag zu erfüllen:
„Nie mehr schweigen, wenn Unrecht geschieht. Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten! Bleibt mutig!. Ich vertraue auf die Jugend, ich vertraue auf euch! Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“

Familie Bejarano

und das

Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V.

 

Weitere Informationen:


>>> Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V.

>>> Gedenkseite für Esther Bejarano

Esther Bejarano Rolf Becker

 

15. Mai 2021 – Hamburg liest und setzt damit
ein Lese-Zeichen gegen rechts

Wir rufen die Hamburgerinnen und Hamburger auf:

KOMMT UND LEST! aus Büchern, die 1933 von den Nazis verbrannt wurden.


Lasst uns ein deutliches Lese-Zeichen setzen gegen rechts am
Sonnabend von 14 bis 16 Uhr (umsonst & draußen)
mit der 21. Marathonlesung aus den verbrannten Büchern.

 

Eröffnung mit Esther Bejarano, Peggy Parnass, Rolf Becker

und Überraschungsgästen

Pandemiebedingt nur Kurzlesung.

 Genau dort, wo am 15. Mai 1933 NS-Studentenorganisationen und Burschenschaftler Bücher verbrannten.
In diesem Jahr nur im symbolischen Kleinformat, aber wir lesen –
auf dem Platz und im Netz:


Ort: Platz der Bücherverbrennung
Kaiser-Friedrich-Ufer/Ecke Heymannstraße
Hamburg-Eimsbüttel am Isebek-Kanal, Metrobus 4, Haltestelle KaiFU.

 

Wir freuen uns, wenn viele Menschen vorbeikommen und selbst vorlesen:
Ein Gedicht oder einen Text aus einem der verbrannten Bücher.
Bitte wegen der Pandemie die eigenen Bücher oder Vorlesetexte mitbringen.
 
Einfach nur zuhören ist natürlich auch ausdrücklich erwünscht.
Aber bitte nur max. 100 Menschen im "Lesekreis".

Und wir beachten natürlich das Abstandsgebot (bitte 2 Meter).

 
Auch in diesem Jahr wollen wir die
Lesung wieder digital auf unserer Webseite veranstalten:
Macht mit und schickt uns DATEIEN oder LINKS eurer persönlichen Lesungen aus den verbrannten, verbotenen und verbannten Büchern
[mp3, mp4, vimeo oder youtube] mit kleinen Beiträgen (ca. 5 - 7 Minuten) an:

>>> Hier kannst du uns eine Nachricht schicken

 

Hier gibt es eine Liste von betroffenen Autor*innen,
deren Texte nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen.
Darüber hinaus bitte besonders bei digitalen Lesungen Autor*innenrechte beachten.
Bitte jeweils kurz den/die Autor*in angeben, wer mag, auch gern den eigenen Namen oder auch nur den Vornamen.

 

Wer mag, kann eigeninitiativ auf dem Platz der Bücherverbrennung weiterlesen,
ohne Mikrofon, mit Abstand und Maske.

 

Eine Veranstaltung im Rahmen des Monats des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel

Weiteres Material zum Herunterladen finden Sie hier

Arbeitskreis „Bücherverbrennung – nie wieder!“, unterstützt durch:
Bücherhallen Hamburg, Fachschaftsrätekonferenz der Universität Hamburg,
Auschwitz-Komitee in der BRD e.V., ver.di Hamburg, PEN Deutschland,
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA, Hamburg,
KZGedenkstätte Neuengamme, GEDOK, Hamburg,
Eimsbütteler Turnverband – ETV Hamburg und weitere Organisationen

Kontakt: Helga Obens, Tel.: 0175 93 74 44 6, Fax: 040 380 178 538 74
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gedenken und Erinnern beginnt in unserer Nachbarschaft

Zum achten Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel April/Mai 2021

„Bleib erschütterbar – und widersteh.“
(Peter Rühmkorf) nachzulesen auf www.gedenken-eimsbuettel.de

Auf unseren Drucksachen sind acht Kinder zu sehen, Kinder, die hier in Eimsbüttel gelebt haben, bis sie in Deportationszügen von Hamburg aus in den Tod geschickt wurden – weil sie jüdisch waren. Zwei von ihnen haben trotzdem überlebt, eines von ihnen ist Ruth Dräger, geb. Geistlich. Wir freuen uns, dass sie hier in Eimsbüttel lebt.

Sensibilität, Gefahrenbewusstsein und Widerstandskraft fordert Hamburgs Dichter Peter Rühmkorf mit diesen Zeilen aus dem Jahr 1979 von seinen Leser*innen. Erschütterbarkeit müsste er vier Jahrzehnte später immer noch einfordern, wenn im letzten Herbst in Eimsbüttel vor der Synagoge ein Student attackiert wird, der eine Kippa trägt, wenn bei antisemitischen und rassistischen Übergriffen gleichgültig weggesehen wird, wenn Geflüchtete im Mittelmeer ertrinken oder auf Moria menschenunwürdig hausen müssen. Viele Kinder sind betroffen und Helfende werden allzu oft behindert oder allein gelassen.

   

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